Einträge mit dem Tag 'Pilze'

Birkenporling

Der Birkenporling (Fomitopsis betulina[1], bis 2015 Piptoporus betulinus) ist ein Pilz aus der Familie der Stielporlingsverwandten. Er befällt Birken und lebt auf ihnen parasitär.
Der Birkenporling bildet einjährige Fruchtkörper, die sich von Juli bis November ausbilden. Zumeist treten die Fruchtkörper einzeln an Stammpartien auf, seltener auch dachziegelartig übereinander.
Bedeutung hatte der Pilz in früherer Zeit vor allem als Arzneimittel. Der in dünne Streifen geschnittene Fruchtkörper wurde als Bandage zur Wundheilung verwendet, unter anderem wegen seiner entzündungshemmenden Inhaltsstoffe. In Skandinavien wurde sein Fruchtfleisch als Scheide für Messer verwendet, um sie vor Rost zu schützen.

Leberreischling

Der Eichen-Leberreischling (Fistulina hepatica), oft nur Leberreischling, auch Leberpilz oder Ochsenzunge genannt, ist ein Baumpilz.
Der Eichen-Leberreischling ist ein Xylobiont und lebt als Schwächeparasit fast ausschließlich an Eichen, selten auch an Edelkastanien oder noch seltener an anderen Laubgehölzen.
Die Ochsenzunge ist jung essbar, ältere Exemplare werden zäh und holzig. Sie kann auf verschiedene Arten zubereitet werden und soll sogar roh verzehrt werden können, zählt jedoch nicht zu den wertvollen Speisepilzen. Durch den hohen Gehalt an Gerbstoffen ist der Pilz schwer verdaulich und schmeckt säuerlich. In der Vergangenheit galt der Eichen-Leberreischling im angelsächsischen Sprachraum als „poor men’s beefsteak“, also Fleisch des armen Mannes, weil er in den Wäldern reichlich gefunden wurde und in der Pfanne gebraten als Fleischersatz diente.

Haareis

Haareis, manchmal auch Eiswolle  genannt, besteht aus feinen Eisnadeln, die sich bei geeigneten Bedingungen auf morschem und feuchtem Totholz bilden können. Anders als Hydrometeore (zum Beispiel Raureifkristalle) entsteht Haareis aus dem im Holz enthaltenen Wasser, nicht aus Luftfeuchtigkeit
Wissenschaftlich ist die Entstehung des nur selten zu beobachtenden Haareises noch wenig erforscht. 1918 beschrieb der Meteorologe Alfred Wegener Haareis auf nassem Totholz.
Haareis durch das Myzel winteraktiver Pilze (u. a. Schlauch- und Ständerpilze) ausgelöst, deren aerober Stoffwechsel (Dissimilation) Gase produziert, die das im Holz vorhandene leicht unterkühlte Wasser an die Oberfläche verdrängen  Dort gefriert es und wird durch nachdrängende, beim Austritt aus dem Holz ebenfalls gefrierende Flüssigkeit weitergeschoben . Dies geschieht ausschließlich bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, wenn das Wasser im Holz noch nicht gefroren ist, es an der geringfügig kälteren Umgebungsluft jedoch gefriert. Eine Randbedingung für die Haareisbildung ist außerdem hohe Luftfeuchtigkeit.

Judasohren

Der Apostel Judas soll sich der Legende zufolge nach der Verurteilung Jesu an einem Holunderbaum erhängt haben. Da Judasohren besonders häufig an diesem Substrat wachsen und durch sein ohrförmiges Aussehen erhielt der Pilz diesen deutschen Namen.

Junger Birkenporling

Der Birkenporling gehört zu den Heil ~ und Vitalpilzen und hat viele Eigenschaften, die wohltuend für unseren Körper sind. Pilze zu sammeln ist immer ein leidenschaftliches und sinnliches Erlebnis. Der Birkenporling ist das Antibiotikum der Steinzeit und schon Ötzi hatte ein Stück Birkenporling um seinen Hals. Wissenschaftler vermuten, dass schon Ötzi diesen Pilz als Reiseapotheke verwendete. Er ist ein sehr wirkungsvoller Pilz gegen Magenleiden und wird bis heute dazu verwendet. Der Birkenporling besitzt entzündungshemmende, blutstillende, antivirale und antibiotische Eigenschaften. In dünne Scheiben geschnitten, dient er als blutstillende und keimreduzierende Wundauflage. Er wurde gerne für die Scheiden der Messer genommen, weil er vor Rost schützt. Es kann mit diesem Pilz auch Silber zum Glänzen gebracht und Messer geschärft werden. Der Birkenporling ist jung essbar, aber wegen seiner Bitterkeit nicht gerade ein Genuss.

Birkenporlinge

Piptoporus betulinus wächst als Schwächeparasit konsolenartig auf toten oder krankheitsgeschwächten Stämmen der Birke. Dabei ist es gleich, ob der besiedelte Baum noch steht oder bereits niedergestreckt daliegt.

Dickblättriger Schwärz-Täubling (Russula nigricans)

Der Dickblättrige Schwärz-Täubling ist wegen des harten und wenig aromatischen Fleisches ein ausgesprochen minderwertiger Speisepilz, der nur im ganz jungen Zustand gegessen werden sollte.

Helmlinge

Die Helmlinge (Mycena) sind eine Pilzgattung mit kleinen Fruchtkörpern aus der Familie der Helmlingsverwandten. Die Gattung enthält allein in Europa über 100 Arten. Meist sind es kleinere bis winzige, zarthäutige Pilze. Sie leben saprophytisch auf dem Boden oder an totem Holz. Einige Helmlinge haben schön gefärbte Hüte, andere fallen durch ihre gefärbten Lamellenschneiden auf, da die auf ihnen sitzenden Zystiden Pigmente enthalten. Es gibt auch Helmlinge, die bei Verletzung einen weißen oder farbigen Milchsaft absondern und Arten die Biolumineszenz zeigen

Hallimasch

Die Hallimasche befallen mit ihren braunschwarzen Rhizomorphen und weißen Fächermyzelien lebendes wie totes Holz. Im Inneren verursachen sie eine Weißfäule.
Einige Hallimasche zählen zu den gefährlichsten Forstschädlingen, da sie in der Wahl ihrer Wirte sehr flexibel sind.
In jedem Fall sind die Pilze in rohem Zustand giftig, manchmal sogar tödlich.
Eine Besonderheit der Hallimasche ist die Fähigkeit ihrer Myzelien zur Biolumineszenz, das heißt das Pilzmyzel und insbesondere frisch vom Myzel durchwuchertes Holz kann – in völliger Dunkelheit mit bloßem Auge gut erkennbar – durch chemische Prozesse ein kaltes Leuchten erzeugen: „Leuchtendes Holz“.

Baumpilz

Gesehen auf einem Baumstamm bei der Museumswerft Flensburg